Presseveröffentlichung zum fünfjährigen Bestehen der FBG Oberlausitz

1. Gründung

- 09.10.2007 im historischen Ratssaal des Rathauses der Großen Kreisstadt Löbau

- Gründungsmitglieder: 9 ostsächsische Städte und Gemeinden zwischen Bischofswerda
und Zittau und eine GmbH

- konkrete Gründungsmitglieder: Stadt Zittau, Stadt Löbau, Stadt Bischofswerda, Stadt
Neusalza-Spremberg, Gemeinde Burkau, Gemeinde Cunewalde, Gemeinde Großschönau,
Gemeinde Leutersdorf, Gemeinde Seifhennersdorf

- Gesamtforstfläche der Mitglieder damals: 7050 ha

- Hintergrund der Gründung:
Die vormals staatliche Forstverwaltung, die seit 1990 auch in Sachsen mehrfach den Funktionalreformen unterlag, zog sich hinsichtlich der kompletten Rundumbetreuung
der forstwirtschaftlichen Flächen im Freistaat schrittweise zurück.
Hintergrund ist auch, dass die vormaligen zuständigen Revierförster und forstfachlichen
Mitarbeiter nahezu ausschließlich beim Freistaat beschäftigt waren.
Der Freistaat selbst ist zwar ein sehr großer Waldbesitzer, allerdings ist sein Eigentum im Freistaat nicht gleich verteilt. So verfügt z. B. der Freistaat in Ostsachsen über sehr wenige
eigene Forstflächen. Die Folge ist, dass gerade in diesen Gebieten auch die Revierzuschnitte immer größer wurden und die Komplettpakete vom Revierdienst bis zur sog. fallweisen Betreuung, also der Durchforstung und Holzernte, nicht mehr vollumfänglich angeboten werden konnten.


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Der Freistaat selbst hat daher mit der damaligen EU-Förderperiode 2001 bis 2006 sehr massiv die Gründung forstwirtschaftlicher Vertriebszusammenschlüsse (also insbesondere von Forstbetriebsgemeinschaften) nach dem Vorbild anderer Bundesländer vorangebracht, da zum damaligen Zeitpunkt nur sehr wenige derartige FBG’s existierten.

Zum ersten Vorsitzenden wurde damals der Bürgermeister der Gemeinde Cunewalde,
Thomas Martolock gewählt, da gerade in der Gründungsphase bewusst die größeren Waldbesitzer die kleinen nicht dominieren wollten. Die Zusammenarbeit in den ersten 4 Jahren verlief hervorragend.
Seit Herbst vergangenen Jahres hat Frau Bültemeier als Leiterin des Eigenbetriebs Forst der Stadt Zittau den ehrenamtlichen Vorsitz in der FBG übernommen. Frau Bültemeier war es, die maßgeblich bereits die Gründung der FBG vorangetrieben hatte.
Hintergrund des Wechsels im Vorstand war insbesondere, dass angesichts der erreichten Umsatzzahlen laut Auffassung von Herrn Martolock an vorderster Front als Vorsitz der FBG forstwirtschaftlicher Sachverstand fungieren sollte und muss und sich die Kommunalpolitik auf die Kontakte zwischen den Gemeinden und dem Freistaat Sachsen konzentrieren soll, worin Herr Martolock als heutiger stellvertretender Vorstandsvorsitzender seine wichtigste Aufgabe sieht.
Mit Frau Bültemeier an der Spitze ist die FBG für die nächsten Jahre bestens forstfachlich gerüstet. Erfahrene weitere Vorstandsmitglieder aus Kommunalpolitik und privaten Forstwirtschaftsbetrieben (z.B. Fa. Thorandt aus Olbersdorf) stehen ihr hierbei zur Seite.

2. Entwicklung der Mitglieder, Flächenanteile und Anteile der Städte und Gemeinden

Logischerweise haben in einem ersten Schritt die Kommunen die Initiative übernommen.
Die Hauptinitiative zur damaligen Gründung der FBG Oberlausitz ging von der Stadt Zittau, als die Stadt mit dem größten Kommunalwaldbesitz im Freistaat und der Stadt Löbau aus.
Hier war umfangreiches forstliches Know-how vorhanden.
In diesem ersten Schritt wurden Gemeinden mit kleinerem Waldbesitz zusätzlich angeworben.
Mit der Gründung war bereits eine Größenordnung erreicht, die die Einstellung eines Geschäftsführers notwendig machte und auch betriebswirtschaftlich rechtfertigte.
Schon damals wurde die FBG Oberlausitz zur zweitgrößten regionalen Vertriebseinheit nach dem Staatsbetrieb Sachsenforst.

3. Warum so viele kleinere Mitglieder – Mehr Mitglieder und kaum mehr Fläche?

Betrachtet man die Struktur der FBG heute, wird einiges deutlich (siehe auch Tabelle).
Die Mitgliederzahl ist von 9 auf 72 angestiegen. Die Gesamtwaldfläche der Mitglieder hat nur um 1.250 ha zugenommen. Der Holzabsatz hat sich stetig erhöht. Bei den hinzugekommenen neuen Mitgliedern handelt es sich fast ausschließlich um private Mitglieder mit relativ kleinem forstwirtschaftlichen Besitz in einer Größenordnung von Waldflächen ab 1 bis 10 ha. Gerade für eine derartige Flächenstruktur ist die Bewirtschaftung des Waldes und der Vertrieb der anfallenden Holzmenge für den einzelnen Waldbesitzer nahezu unmöglich, insbesondere in Krisenzeiten am Holzmarkt (z. B. seit Kyrill).

4. Warum dann diese heutige Mitgliederstruktur?

Gerade diese Mitgliederstruktur war ausdrücklich durch den Freistaat gewollt. Forstpolitisch möchte man erreichen, dass auch diese Kleinstwaldflächen ordentlich und nachhaltig bewirtschaftet werden und der ständig nachwachsende Rohstoff Holz gerade auch auf diesen Flächen generiert wird.

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Eine ordentliche Bewirtschaftung hilft zudem auch, forstwirtschaftliche Schäden zu verhindern, z. B. durch Borkenkäferbefall. Außerdem wird auch künftig der sog. Waldumbau aufgrund des Klimawandels eine noch viel größere Rolle spielen, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die in der Oberlausitz zu fast 80 % vorherrschende Baumart die Fichte ist, die an vielen Standorten vom Klimawandel bereits sehr stark betroffen ist.

5. Wie hat der Freistaat unterstützt?

Um diese Ziele zu erreichen, also die Kleinwaldbesitzer zur Mitgliedschaft zu bewegen, hat der Freistaat in diesen vergangenen 5 Jahren erhebliche Unterstützung in Form einer sog.
Holzmobilisierungsprämie an die FBG Oberlausitz gewährt. Bewusst wird somit eine Vertriebsorganisation wie die FBG gestärkt. Allerdings werden für eine solche Förderung auch richtigerweise enge Rahmenbedingungen gesetzt. So muss eine FBG eine gewisse Mindestvermarktungsmenge an Holz erreichen (was eine gewisse Flächengröße logischerweise bedingt) und soll mittel- und langfristig den Anteil sog. Kleinwaldbesitzer
ständig erhöhen (die großen können sich im Regelfall selbst helfen und benötigen daher
keine Absatzförderung). Dies ist der FBG in den letzten Jahren hervorragend gelungen.

6. Stand heute / Heutiger Aufwand

Heute beschäftigt die FBG Oberlausitz 1,5 Mitarbeiter. Beide Arbeitsplätze wurden neu geschaffen. Die FBG Oberlausitz hat heute ihren Sitz im Gemeinde- und Bürgerzentrum
Cunewalde und ist somit unter einem Dach mit zahlreichen anderen Einrichtungen der Daseinsvorsorge konzentriert, u. a. der örtlichen Gemeindeverwaltung, dem Sitz des regionalen Forstreviers des Landkreises Bautzen u.v.m. Unter dem Dach werden auf dem Prinzip der kurzen Wege dem Bürger viele Dienstleistungen von unterschiedlichsten Anbietern angeboten und gleichzeitig auch forstwirtschaftliche Angebote vernetzt, die im Zuge der Funktionalreform leider geteilt wurden.
Beispiel:
Nach der Funktionalreform 2008 wurde die vormals staatliche Forstverwaltung aufgeteilt. Für die Betreuung des Kommunalwaldbesitzes ist nach wie vor die Forstverwaltung des Freistaates zuständig (Staatsbetrieb Sachsenforst) und hoheitlich die Landratsämter bei teilweise für den Bürger nicht sofort trennbaren Aufgabengebieten. Unter einem Dach können diese Angebote als kleines forstpolitisches Kompetenzzentrum gebündelt werden.

Heute erreicht die Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz w. V. mit ihrem minimalen personellen Aufwand und nur eigenen Gesamtkosten von ca. 80 T€ einen Gesamtumsatz
im Holzabsatz von ca. 2,5 Mio€.

Die FBG kann für den hoffentlich nicht eintretenden Fall erneuter Naturkatastrophen, wie Kyrill, relativ schnell reagieren und hat eine gesicherte Position am Markt erlangt, auch wenn die Preise wieder sinken sollten (was leider nach schlimmen Borkenkäferbefall oder Stürmen in der Regelfall der Fall ist).

7. Ausblick

Eine Vergrößerung der Mitgliederzahl ist ausdrücklich gewollt. So liegen allein in der Gemeinde Cunewalde noch mindestens 50 einzelne Waldgrundstücke in einer Gesamtfläche von bis zu 100 ha schlichtweg brach. Der nachwachsende Rohstoff Holz wird weiter an Bedeutung gewinnen. Der Freistaat selbst wird in Ostsachsen seine Geschäftsfelder nicht mehr erweitern, da er über kaum eigenen Waldbesitz verfügt. Im Gegenteil, hierzu liegt schlichtweg vor der Tür einer der größten Abnehmer, die Firma Klausner Holz Sachsen.


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Zu den nächsten Zielen zählen daher insbesondere:

- ein weiterer Mitgliederzuwachs, insbesondere bei Kleinwaldbesitzern,

- die Prüfung und künftige Übernahme von zusätzlichen Dienstleistungen für Kleinwald-
besitzer, z. B. im Bereich der Lohnarbeit und von Waldpflegeverträgen.

Die FBG möchte auch nach Auslaufen der Förderperiode 2013 zur festen wirtschaftlichen Größe in der Forstwirtschaft des Freistaates Sachsen werden und durch gezieltes Wachsen in der Region helfen, zusätzliche Arbeitsplätze zu generieren, insbesondere im Bereich der forstwirtschaftlichen Dienstleistungen.

8. Wo benötigen wir noch Hilfe?

Wir sind nach wie vor noch in der Aufbauphase. Wenn wir weiter wachsen, werden wir einerseits noch zusätzliches Know-how und Manpower benötigen und andererseits nach wie vor eine kontinuierliche und verlässliche Förderpolitik des Freistaates Sachsen in der nächsten Förderperiode, bis wir dann von ganz allein auf eigenen Füßen stehen können.
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FBG Oberlausitz unterstützt Sportverein in der Region

Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz w.V. sponsert Freizeit-Polo-Shirts

Die 1. Männermannschaft des SV 1896 Großdubrau (Kreisliga) hat einen Satz Freizeit-Polo-Shirts geschenkt bekommen, um auch außerhalb des Spielfeldes als Gemeinschaft auftreten zu können. Der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz w.V., Dipl.-Forsting. (FH) Jens Jannasch übergab den Satz am 26.09.2009 kurz vor dem Heimspiel gegen den Bischofswerdaer FV 08. Wolfgang Keck und Uwe Resick, die beiden Trainer, und natürlich auch die Spieler bedanken sich recht herzlich bei Jens Jannasch.
Die Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz w.V. hat ihren Sitz in 02733 Cunewalde, Hauptstraße 19. Sie ist der größte Zusammenschluss von privaten und kommunalen Waldbesitzern in Sachsen und gleichzeitig der zweitgrößte Rundholzanbieter im Land. Sie berät ihre Mitglieder in allen Belangen der Waldbetreuung bzw. –bewirtschaftung und vermarktet das anfallende Rundholz. In der Forstbetriebsgemeinschaft sind alle Waldbesitzer herzlich willkommen. Interessenten melden sich bitte unter genannter Anschrift, telefonisch unter 035877-18461 oder per E-Mail (info@fbg-oberlausitz.de). Weitere Informationen sind auf der Internetseite der Forstbetriebsgemeinschaft unter www.fbg-oberlausitz.de zu finden.

Bodo Hering

Zum Foto (aufgenommen von Ronny Taschke):
v.l. Uwe Resick (Trainer), Sponsor Jens Jannasch, Robert Hennig, Lukas Meier (beides Spieler) und Wolfgang Keck (Trainer)
Sächsische Zeitung: Die Gründung der FBG Oberlausitz jährt sich am 09. 10. 2008 zum ersten Mal

Erst viel Arbeit durch den Sturm Kyrill, dann schleppende Verkäufe nach einem
Überangebot an Holz - die vergangenen rund anderthalb Jahre waren für
Waldbesitzer nicht unbedingt einfach. Seit genau einem Jahr nun haben sich
mehrere Kommunen und Privatleute der Region zusammengetan, um ihr Holz besser
zu vermarkten. Seither gibt es die Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz
(FBG). Deren Geschäftsführer Jens Jannasch zieht ein positives Fazit: "Wir
konnten die Pläne der Mitglieder umsetzen", sagt er. 20 000 Festmeter Holz
wurden verkauft, der Umsatz beträgt 1,1 Millionen Euro. Jannaschs Argumente
für die FBG sind klar: Bessere Preise, Fördermittel und ein gesicherter
Holzabsatz helfen den Mitgliedern beim Wirtschaften. Das scheint zu
überzeugen.
Mehr Einnahmen als erwartet
"Es gibt eine reinweg positive Bilanz", bestätigt die Zittauer
Forstbeauftragte Angela Bültemeier. Zittau ist mit 4 000 Hektar Waldflächen
größtes FBG-Mitglied. Sie begrüßt es, dass die Gemeinschaft Holzpreise
erzielt, die leicht über dem sächsischen Durchschnitt liegen und die Einnahmen
in diesem Jahr höher ausgefallen sind als erwartet.
Mit elf Mitgliedern ist die FBG vor einem Jahr gestartet, sieben neue sind
mittlerweile hinzugekommen, weitere Verhandlungen laufen. Für neue Mitglieder
sei die FBG immer offen, so Jannasch. Bei seinem Werben stößt er aber auch auf
Skepsis, denn Erinnerungen an sozialistische Genossenschaften sind noch wach.
Doch die FBG tritt eher als Dienstleister auf. Geschäftsführer Jannasch
vermittelt Kunden und organisiert den Verkauf, die Mitglieder zahlen eine
Verwaltungsprovision, erhalten im Gegenzug aber eine Bereitstellungsprämie von
zwei Euro pro Festmeter Holz.
Oberland ist noch uneins
Im Oberland scheinen noch nicht alle Zweifel ausgeräumt. Während
Seifhennersdorf zu den Gründungsmitgliedern der FBG gehört, hatten sich
Ebersbach und Neugersdorf dagegen entschieden. Für Neugersdorf gebe es derzeit
dringendere Projekte, die umgesetzt werden müssten, sagt Ortschefin Verena
Hergenröder: "Es ist ja nichts gefährdet." Doch die Stadt beobachte die FBG
und sei an Erfahrungen der Mitglieder interessiert.
FBG-Chef Jannasch blickt optimistisch in die Zukunft. Auch wenn der Holzpreis
wohl nicht so schnell wieder steigen wird, mit Stabilität rechnet Jannasch
allemal.

Info-Kasten:
Am 9. Oktober 2007 wurde die Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz (FBG) ins
Leben gerufen.
2008 startete das erste Geschäftsjahr, seit 1. März ist Jens Jannasch
Geschäftsführer.
20 000 Festmeter Holz wurden seither verkauft, Ziel für das Jahr sind 30 000
Festmeter.
1,1 Millionen Euro Umsatz mit einem Durchschnittserlös von 60,- EUR / FM hat die Gemeinschaft in diesem Jahr erwirtschaftet.
7 500 Hektar Waldfläche werden von der FBG betreut.
Sieben neue Mitglieder wurden am Mittwoch neu aufgenommen. Damit sind jetzt
elf Kommunen und sieben Privatwaldbesitzer an der FBG beteiligt.
 
Interview Sächsische Zeitung 01. 03. 2008: Jens Jannasch tritt heute sein Amt als Geschäftsführer der Forst- Betriebsgemeinschaft Oberlausitz an.

Es ist eine hochinteressante Aufgabe - die des Geschäftsführers der Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz. Findet zumindest Jens Jannasch. Und der 32-Jährige sagt dies nicht einfach so dahin, sondern er ist auch fest davon überzeugt. "Es begründet sich in den bestehenden Strukturen in der Forstwirtschaft im Land Sachsen, die für den einzelnen Waldbesitzer nicht sehr vorteilhaft sind", erklärt der gebürtige Großdubrauer, der heute in Bautzen zuhause ist. Die einzige sinnvolle Möglichkeit sei eine Forstbetriebsgemeinschaft (FBG). Einer solchen - der FBG Oberlausitz - steht der studierte Forstingenieur ab heute vor.
Gegründet hatte sich die Forstbetriebsgemeinschaft im Oktober vorigen Jahres in Löbau. Zehn Kommunen und ein privater Waldbesitzer sind darin mit insgesamt ca. 7 300 Hektar Waldfläche vereint. Das Besondere daran: Die Fläche bildet keine geschlossene Einheit, denn die Mitgliedsgemeinden sind in zwei Landkreisen verteilt. Aus dem hiesigen Kreis sind Großschönau, Zittau, Löbau, Seifhennersdorf, Leutersdorf, Jonsdorf und Neusalza-Spremberg beteiligt, aus dem Landkreis Bautzen die Orte Burkau, Bischofswerda und Cunewalde. Mit Zittau ist dabei auch die Stadt mit dem größten kommunalen Waldbesitz im Freistaat vertreten.

Holzverkauf ist wichtig

Die Größe und die Lage der Flächen bedeutet vor allem für Jens Jannasch eine Herausforderung. Schließlich will er regelmäßig Kontakt zu den einzelnen Mitgliedern halten. "Ich werde versuchen, mich mindestens einmal im Monat mit den Verantwortlichen für die Forstbetriebsgemeinschaft in den jeweiligen Gemeinden zu treffen", sagt der Bautzner. Die momentane Hauptaufgabe sei aber der Holzverkauf. Wichtig sei es aber auch, neue Mitglieder für die Forstbetriebsgemeinschaft zu werben. Die Größe mancher der jetzigen Mitglieder sollte dabei, so erklärt Jens Jannasch, niemanden abschrecken. Sondern eher ein Grund sein, sich ebenfalls für eine Mitgliedschaft zu interessieren. Denn durch das Gewicht der FBG könnte zum Beispiel bei der Beschaffung von Materialien jeder Einzelne profitieren, sowie an den Vorzügen der neuen Förderrichtlinie für forstwirtschaftliche Vereine teilhaben.
In der Forstwirtschaft arbeiten wollte Jens Jannasch seit seinen Kindertagen. "Das war immer mein Ziel", erzählt der 32-Jährige. In Großdubrau wohnte er mit seiner Familie direkt am Wald. "Nach dem Abitur habe ich den Wunsch auch knallhart durchgesetzt", fügt der Vater einer einjährigen Tochter hinzu.
Zuerst absolvierte er ein sechsmonatiges Praktikum im Forstamt Neschwitz (Landkreis Bautzen), und studierte danach vier Jahre an der Fachhochschule im brandenburgischen Eberswalde. Im benachbarten Chorin war er danach in der Lehroberförsterei ein halbes Jahr Revierleiter. "Dort konnte man immer noch unter der schützenden Hand eines erfahrenen Försters arbeiten", berichtet Jens Jannasch über diese Zeit.
Sein Weg führte ihn schließlich für ein Jahr nach Niedersachsen in das Forstamt Grund im Harz, wo er die Befähigung für den gehobenen Dienst erwarb. "Danach zog es mich wieder in die Heimat", erzählt Jannasch, der in der Folge vier Jahre bei der größten sächsischen Bergbausanierungsgesellschaft beschäftigt war. Eingesetzt war der heute 32-Jährige dabei auch in Hagenwerder, hauptsächlich aber in der Hoyerswerdaer Gegend.

Sitz ist Löbau

Dass er sich nun für die neue Funktion bewarb, dafür gibt es nach seiner Aussage mehrere Gründe. Es sei beispielsweise immer sein Ziel gewesen, sich in gewisser Weise weiterzuentwickeln. Die Arbeit als Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz biete ihm diese Möglichkeit. Seinen Sitz hat der neue Geschäftsführer in der Löbauer Stadtverwaltung am Altmarkt. Die Kollegen in der Stadt am Berge sind ihm nicht ganz unbekannt, hatte er doch im vergangenen Jahr hier bereits fünf Monate das Forstrevier in Vertretung geleitet.

Geschäftszeiten: Dienstag 14-17 Uhr, Donnerstag 14-16 Uhr
Oberlausitzer Kurier zur Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz w.V.

Löbau 13. 10. 2007. Vor wenigen Tagen wurde im Löbauer Rathaus die Forstbetriebsgemeinschaft „Oberlausitz" (FBG) gegründet. Sie besteht in der Startphase aus neun körperschaftlichen und einem privaten Waldbesitzern und umfasst damit circa 7.000 Hektar Waldfläche. Die Forstbetriebsgemeinschaft ist in erster Linie für die gemeinsame vorteilhafte Vermarktung des Holzes ihrer Mitglieder verantwortlich, sie kann aber auch durch die Größe der Organisation Risiken und Schwankungen des Holzmarktes absichern. Weitere Geschäftsfelder wie zum Beispiel gemeinsame Beschaffungen sind angedacht bzw. sollen erschlossen werden. Die FBG „Oberlausitz" ist offen für jeden Waldbesitzer, der vom unablässig steigenden Bedarf der Holzindustrie, aber auch von der Förderung (Holzmobilisierungsprämie) partizipieren möchte. Sie versteht sich ganz ausdrücklich als Angebot in dieser Hinsicht an den kleinstrukturierten Waldbesitz in der Region, will darüber hinaus aber auch mit bestehenden Organisationen des nichtstaatlichen Waldbesitzes eine gemeinsame Basis finden und Strategien für die Zukunft entwickeln. Nach erfolgter staatlicher Anerkennung der Forstbetriebsgemeinschaft und vielen weiteren vorbereitenden Arbeitsschritten soll der regelmäßige Geschäftsbetrieb im Januar 2008 aufgenommen werden. In den Vorstand wurden die Bürgermeister der Gemeinden Burkau und Großschönau, Hans-Jürgen Richter und Frank Peuker, sowie der Dezernatsleiter Wirtschaftsförderung, Beteiligungscontrolling und Liegenschaften der Großen Kreisstadt Löbau Holm Belger gewählt. Vorstandsvorsitzender wurde der Bürgermeister der Gemeinde Cunewalde Thomas Martolock und sein Stellvertreter der Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Zittau Arnd Voigt. Bis die Geschäftsstelle eingerichtet ist, ist die Forstbetriebsgemeinschaft „Oberlausitz" über die Stadtverwaltung Löbau, Dezernat Wirtschaftsförderung, Beteiligungscondrollig und Liegenschaften, € Altmarkt 1, in Löbau, sowie unter Telefon (03585) 450132 zu erreichen.